Meike Jacobsen ist Oberärztin für Gerontopsychiatrie und Neurologie im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach. Alda Isufaj arbeitet als Hauswirtschafterin im Veranstaltungsmanagement des Gesundheitscampus Quirlsberg.
In helfenden Berufen geht es oft nicht ums Rampenlicht. Vielmehr gilt: einfach machen. Aber wer sich bei der Arbeit für andere dauerhaft zurücknimmt, stößt irgendwann an seine Grenzen. Entscheidend ist das richtige Maß.

Bescheidenheit und Selbstbewusstsein
Ein Weg, der Mut braucht
„Stolz motiviert, Überheblichkeit schadet. Wie erleben wir Anerkennung und Bescheidenheit im Beruf?“
„Ich bin stolz auf meinen Weg und meine Arbeit“, sagt Alda Isufaj selbstbewusst. Im Jahr 2015 kam sie aus Albanien nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Das Vorstellungsgespräch für ihr erstes Praktikum im EVK Bergisch Gladbach führten ihre Betreuer für sie. „Ich konnte mich nur mit Händen und Füßen verständigen.“
Heute spricht sie fließend Deutsch, hat die Ausbildung zur Hauswirtschafterin erfolgreich abgeschlossen und ist eine feste Stütze im Leitungsteam der Hauswirtschaft mit Schwerpunkt Veranstaltungsmanagement.
Anerkennung im Alltag
„Jeder hat eine Chance verdient.“ Das war die Antwort, die sie bekam, als sie fragte, warum man sie damals eingestellt habe. „Und das finde ich ganz toll an unserem Unternehmen, dass jeder diese Chance bekommt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Der Stolz darauf ist spürbar. Im Arbeitsalltag zeigt sich Wertschätzung für sie oft in kleinen Dingen: „Es müssen nicht immer die großen Gesten sein. Manchmal reicht auch ein kleines Dankeschön.“
Und das finde ich ganz toll an unserem Unternehmen, dass jeder diese Chance bekommt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Alda Isufaj
Hauswirtschafterin
Eigene Grenzen kennen
Meike Jacobsen betrachtet das Thema aus einer anderen Perspektive: „Bescheidenheit ist für unsere Arbeit ein schwieriges Wort. Ich erlebe das nicht als Bescheidenheit, sondern als das Zurückstellen meiner eigenen Bedürfnisse für die Patientinnen und Patienten und meine Kolleginnen und Kollegen.“
Das EVK wäre nicht mein längster Arbeitgeber, wenn die Bedingungen hier nicht gut wären. Das habe ich auch anders erlebt.
Maike Jacobsen
Oberärztin für Gerontopsychiatrie und Neurologie
Balance im Alltag
Sie hat bereits in anderen Krankenhäusern gearbeitet und sagt: „Das EVK wäre nicht mein längster Arbeitgeber, wenn die Bedingungen hier nicht gut wären. Das habe ich auch anders erlebt.“
Für sie funktioniert die Balance zwischen den Anforderungen im Alltag und den eigenen Bedürfnissen: „Es gibt natürlich Tage, an denen ich weiß, dass keine Zeit zum Mittagessen ist. Das ist so. Aber das ist eben auch Krankenhaus. Es muss sich die Waage halten. Ich kann zwischendurch auch sagen: Jetzt muss ich erst einmal durchatmen.“
Selbstbewusstsein bedeutet für sie nicht Arroganz, sondern die eigenen Grenzen zu kennen und zu kommunizieren. Und gleichzeitig offen zu bleiben für die Ideen anderer: „Manchmal muss man sagen: So geht das nicht. Und manchmal muss man sich zurücknehmen und schauen, was andere entwickeln.“
Zwei Seiten einer Haltung
Beide Frauen zeigen auf ihre eigene Art, dass Stolz und Bescheidenheit keine Gegensätze sind, sondern zusammengehören. Entscheidend ist, das richtige Maß zu finden.
Zahlen sind wichtig.
Das Umfeld genauso.

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