Georg Kerkhoff ist Schulleiter der Quirlsberg Akademie. Elena Roloff ist Pflegefachkraft und Praxisanleiterin.
„Das haben wir schon immer so gemacht.“ Ein Satz, den wohl jeder aus dem Berufsleben kennt. Gerade im Gesundheitswesen arbeiten erfahrene Kolleginnen und Kollegen mit jungen Menschen zusammen, die vieles anders gelernt haben als früher. Tradition und neue Perspektiven treffen hier täglich aufeinander.


Tradition als Stärke
„Bewährtes bewahren oder Neues wagen – wo stärkt uns Tradition, wo bremst sie uns?“
Georg Kerkhoff kennt beide Seiten. Seine Laufbahn auf dem Gesundheitscampus Quirlsberg begann 1988 mit der Ausbildung und führte ihn über viele Stationen bis in die Schulleitung der Quirlsberg Akademie. Mit über 50 Jahren entschied er sich noch für ein Masterstudium.
Elena Roloff steht für eine jüngere Generation. Sie schloss 2019 ihre Ausbildung ab, arbeitet heute in der Zentralen Notaufnahme des EVK Bergisch Gladbach und gibt als Praxisanleiterin ihr Wissen an Auszubildende weiter.
Wandel erlebt
Georg Kerkhoff ist seit fast 40 Jahren im Beruf. „Als ich meine Ausbildung begonnen habe, arbeiteten hier noch Diakonieschwestern in Uniform und mit Häubchen. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen.“ Als Mann in der Pflege war er damals eine Ausnahme. „Heute haben wir zum Glück immer auch Männer in unseren Ausbildungskursen.“
Und dennoch empfindet er das Bild der Pflege als Frauenberuf gar nicht negativ. „Der Pflegeberuf hat Frauen früher die Möglichkeit eröffnet, ein eigenständiges und von Männern unabhängiges Leben zu führen. Aus eigener Kraft und eigener Arbeit leben zu können, war etwas Besonderes. Und deshalb stellte auch die Kleidung etwas Besonderes dar.“
Als ich meine Ausbildung begonnen habe, arbeiteten hier noch Diakonieschwestern in Uniform und mit Häubchen.
Georg Kerkhoff
Schulleiter

Veränderungen im Alltag
In seinen fast vier Jahrzehnten im Gesundheitswesen hat er viele Veränderungen und Neuerungen miterlebt: „Die Medizin hat sich weiterentwickelt. Die Pflege hat sich als Berufsstand deutlich weiterentwickelt. Die Anforderungen sind gestiegen, weil die Patienten statt damals drei, vier Wochen stationär heute nur noch drei bis fünf Tage stationär liegen.“
Auch der Gesundheitscampus ist gewachsen: „Wir sind als Unternehmen größer geworden. Aber der Kern unserer Tradition ist geblieben. Viele Führungskräfte und Lehrkräfte haben ihre Ausbildung hier gemacht. Das trägt uns.“
Diese Tradition zeigt sich für ihn vor allem im Miteinander: Viele arbeiten über Jahre oder Jahrzehnte zusammen. „Das schafft Vertrauen und ein Gefühl von Zusammenhalt, das über den Arbeitsalltag hinausgeht.“
Lernen und weitergeben
Elena Roloff bringt eine andere Perspektive ein. Nach mehreren Jahren in der Inneren Medizin suchte sie bewusst eine neue Herausforderung und wechselte in die Zentrale Notaufnahme. „Ich bin jemand, der gerne Neues lernt und nicht in alten Bahnen bleibt.“
Heute gibt sie als Praxisanleiterin ihre Erfahrungen an die Auszubildenden weiter: „Ich habe selbst viel von meinen Praxisanleitern gelernt. Vieles ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Und genau das möchte ich an die Schülerinnen und Schüler weitergeben.“
Ich bin jemand, der gerne Neues lernt und nicht in alten Bahnen bleibt.
Elena Roloff
Praxisanleiterin

Tradition und Entwicklung
Für Elena Roloff schließen sich Tradition und Weiterentwicklung nicht aus: „Viele Abläufe haben sich bewährt. Aber Tradition kann auch schnell zur Gewohnheit werden.“ Gerade in der Ausbildung entstehen solche Situationen immer wieder: Auszubildende bringen neues Wissen mit, während auf Station noch nach vertrauten Abläufen gearbeitet wird.
Deshalb betont sie die Bedeutung neuer Erkenntnisse: „Es gibt ständig neue wissenschaftliche Entwicklungen, die wir berücksichtigen müssen.“ Gleichzeitig bleiben einige Dinge zeitlos: „Zusammenhalt im Team, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit – das sind Werte, die auch heute wichtig sind.“
Den eigenen Weg gehen
Elena Roloff plant bereits ihre nächsten Schritte. Sie strebt die Fachweiterbildung zur Notfallpflegerin an und möchte dem EVK Bergisch Gladbach treu bleiben: „Ich bin hier im Haus groß geworden und fühle mich hier wohl.“ So ging es auch Georg Kerkhoff während seines gesamten Berufslebens.
Tradition bedeutet für beide nicht Stillstand, sondern ein verlässliches Fundament, von dem aus man immer wieder neu aufbrechen und sich weiterentwickeln kann.
Zahlen sind wichtig.
Das Umfeld genauso.

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