Aufopferung? Erfüllung!

Dr. med. Philip Helm ist seit Januar 2025 Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und traumatologische Wirbelsäulenchirurgie im EVK Bergisch Gladbach. Marco König kümmert sich als freigestellter Praxisanleiter bei Quirlsberg Pflege & Wohnen, dem Bereich für Senioren des Gesundheitscampus, um die Ausbildung des pflegerischen Nachwuchses.


Kaum ein Vorurteil begegnet Pflegekräften und Medizinerinnen häufiger als dieses: „Ihr macht euch doch kaputt. Ich könnte das nicht!“ Doch was steckt wirklich hinter diesem Bild? Und stimmt es überhaupt?

Zwei Männer posieren Rücken an Rücken vor einer schlichten Wand, einer in einer roten Jacke, der andere in einem rosa Hemd mit langem grauen Bart.

Aufopferung oder Erfüllung 

Marco König und Philip Helm sind beide Väter und kennen den Spagat zwischen Arbeitsalltag und Familienleben gut. Als Aufopferung empfinden beide ihren Beruf jedoch nicht.

„Wer seinen Beruf gerne macht, wer Spaß an seiner Arbeit hat, empfindet das nicht als Opfer“, sagt Marco König.

Philip Helm sieht das ähnlich: „Ich mag den Begriff ‚Work-Life-Balance‘ nicht so gern. Ich halte nichts von dieser ganz strikten Trennung. Wenn der Beruf erfüllt, ist das ja auch ein Teil des erfüllten Gesamtlebens. Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die jeden Morgen gerne zur Arbeit fahren und noch lieber abends nach Hause.“

Wer sich für einen Beruf 
im Gesundheitswesen 
entscheidet, weiß, dass es auch anstrengende 
und lange Tage gibt.

Philip Helm
Chefarzt

Anstrengung gehört dazu

Dennoch ist beiden bewusst, dass die Arbeit in Pflege und Medizin auch Herausforderungen mit sich bringt. „Wer sich für einen Beruf im Gesundheitswesen entscheidet, weiß, dass es auch anstrengende und lange Tage gibt“, sagt Philip Helm. Gleichzeitig sieht er darin auch einen wichtigen Teil der Entwicklung: „Medizin ist auch eine Erfahrungswissenschaft. Vieles entsteht durch das, was man immer wieder sieht und erlebt.“


Für Marco König waren Rufbereitschaften und 24-Stunden-Dienste mit ein Grund, seinen Tätigkeitsbereich zu verändern. Er arbeitete zuvor in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie in der Kurzzeitpflege in verschiedenen Funktionen.

Über Umwege in die Pflege

In den Pflegeberuf gelangte er über Umwege: Nach einer Ausbildung als Dreher stand er zunächst in einer Fabrikhalle. Zehn Meter links und rechts kein Mensch. Acht Stunden täglich an der Maschine. „Das war es nicht“, sagt er rückblickend. Der Zivildienst im EVK Bergisch Gladbach brachte ihn schließlich auf seinen heutigen Karriereweg.


Heute arbeitet er dort, wo er sich wohlfühlt. Als freigestellter Praxisanleiter kümmert er sich um die Ausbildung des pflegerischen Nachwuchses. „Das macht Spaß. Jeder Schüler ist anders, jeder lernt anders.“

Erfüllung im Beruf

Philip Helm ist mit seinem Berufswunsch bis heute glücklich und möchte dieses Gefühl auch an seine Kolleginnen und Kollegen weitergeben: „Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich mit Bauchschmerzen morgens zur Arbeit gefahren bin. Das wünsche ich mir auch für alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“


Ein Leben, in dem die Arbeit alles bestimmt, sehen beide jedoch kritisch. „Wer ständig gestresst zur Arbeit geht, sollte an diesem Zustand etwas ändern“, sagt Philip Helm.

Der Arbeitgeber ist sehr bemüht, die Mitarbeiter über das normale Maß hinaus

zu unterstützen.

Marco König
Praxisanleiter

Die persönlichen Grenzen kennen 

„Jeder muss seine persönlichen Grenzen kennen“, sagt Marco König. Dabei spielt für ihn auch der Arbeitgeber eine wichtige Rolle: „Entscheidend ist die Personalausstattung. Die ist bei uns sehr gut. Bei uns gibt es keine Leiharbeitskräfte. Das kenne ich aus anderen Einrichtungen anders.“


Auch Angebote abseits des Arbeitsalltags empfindet er als Zeichen der Wertschätzung: „Der Arbeitgeber ist sehr bemüht, die Mitarbeiter über das normale Maß hinaus zu unterstützen. Es gibt kulinarische Freitage, Sommer- und Weihnachtsfeiern und Gesundheitstage.“


Für beide wird im Gespräch deutlich: Der Beruf im Gesundheitswesen verlangt viel, aber er gibt auch viel zurück. Entscheidend ist, unter welchen Bedingungen man arbeitet und wie bewusst man mit den eigenen Grenzen umgeht. Was von außen oft wie Aufopferung wirkt, ist für sie vor allem eines: Ein Beruf, den sie gerne machen.


Die Aktivitäten seines Arbeitgebers abseits des Arbeitsalltags empfindet er als zusätzliche Wertschätzung. „Der Arbeitgeber ist schon sehr bemüht, über das normale Maß hinaus die Mitarbeiter zu fördern. Es gibt kulinarische Freitage, Sommer- und Weihnachtsfeiern und Gesundheitstage.“ 

Zahlen sind wichtig.
Das Umfeld genauso.

Luftaufnahme eines grünen Stadtviertels mit Wohnhäusern, Bäumen und einer fernen Skyline

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Ein Mann in einem roten Hemd mit langem Bart steht mit erhobenen Händen vor einer schlichten Wand.

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