„Ach, du putzt doch nur.“
„Hauswirtschaft? Das ist doch etwas für Hausfrauen.“
„Da kocht man den ganzen Tag, oder?“
Solche Aussagen höre ich immer wieder, wenn ich von meiner Ausbildung zum Hauswirtschafter erzähle.
Ich heiße Sven Conrad, habe meine Ausbildung 2024 erfolgreich abgeschlossen und mache aktuell die Weiterbildung zum Meister. In dieser Zeit habe ich viele Vorurteile über meinen Beruf kennengelernt.
Vorurteil Nr. 1: Hauswirtschaft ist nur Putzen
Das ist wahrscheinlich das häufigste Vorurteil. Natürlich gehört Reinigung zu unseren Aufgaben. Aber das ist nur ein kleiner Teil dessen, was wir tatsächlich machen. In der Ausbildung lernen wir viele verschiedene Bereiche kennen: Küche, Stationsservice, Wäscheversorgung, Veranstaltungsservice, Aufbereitung und vieles mehr. Gerade diese Vielfalt macht den Beruf so spannend.
Vorurteil Nr. 2: Hauswirtschaft ist nur etwas für Frauen
An eine Situation aus meiner Schulzeit erinnere ich mich noch heute. Im Deutschunterricht kam einmal ein Lehrer herein und sagte: „Da sitzt ja die zukünftige Klasse von Hausfrauen.“ Das zeigt ganz gut, welche Vorstellungen viele Menschen von unserem Beruf haben.
Die Realität sieht anders aus: Hauswirtschaft ist ein moderner Ausbildungsberuf mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Entwicklungschancen, unabhängig vom Geschlecht.
Vorurteil Nr. 3: Man kocht den ganzen Tag
Auch das dachte ich früher selbst ein Stück weit. Eigentlich wollte ich ursprünglich Koch werden. Erst später habe ich die Hauswirtschaft kennengelernt. Heute weiß ich: Kochen ist zwar ein Teil des Berufs, aber längst nicht alles. Wir organisieren Abläufe, planen Veranstaltungen, kümmern uns um Serviceleistungen und arbeiten täglich mit Menschen zusammen. Genau diese Mischung macht den Beruf für mich so interessant.
Vorurteil Nr. 4: Hauswirtschaft hat keine Karrierechancen
Auch das stimmt nicht. Nach meiner Ausbildung habe ich mich für die Weiterbildung zum Meister entschieden. Darüber hinaus gibt es viele weitere Möglichkeiten: den staatlich geprüften Wirtschafter, Führungsaufgaben oder sogar ein Studium. Die Hauswirtschaft bietet deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten, als viele vermuten.
Vorurteil Nr. 5: Die Arbeit ist eintönig
Das Gegenteil ist der Fall. Kein Tag gleicht dem anderen. Während der Ausbildung durchläuft man verschiedene Bereiche und arbeitet mit unterschiedlichen Menschen zusammen. Mal ist man im Stationsservice tätig, mal unterstützt man bei Veranstaltungen oder arbeitet in der Küche. Genau diese Abwechslung sorgt dafür, dass der Beruf nie langweilig wird.
Mein Fazit
Die meisten Vorurteile entstehen, weil viele Menschen gar nicht wissen, was Hauswirtschaft heute wirklich bedeutet. Ehrlich gesagt ging es mir früher ähnlich. Auch ich konnte mir zunächst wenig unter dem Beruf vorstellen. Heute weiß ich: Hauswirtschaft ist vielseitig, abwechslungsreich und bietet viele Perspektiven. Deshalb mein Rat: Macht euch selbst ein Bild. Ein Praktikum oder ein EQJ sind ideale Möglichkeiten, um den Beruf kennenzulernen. Vielleicht entdeckt ihr dabei, genau wie ich, einen Beruf, der viel mehr kann, als man auf den ersten Blick vermutet.
Zahlen sind wichtig.
Das Umfeld genauso.

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